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Unsere Philosophie der Spielraumplanung

Idee

Ausgehend von dem Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ aus der Entwicklungshilfe
(Norbert Schäfer war u.a. für MISEREOR tätig) hat das Büro STADT + NATUR
Klingenmünster vor 18 Jahren eine Projektsphilosophie entwickelt, bei der unter
Beteiligung der Zielgruppe (Kinder, Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen, etc.)
naturnahe, entwicklungsfördernde und zudem kostengünstige Spiellandschaften
gemeinsam geplant und gebaut werden.

 
 
Verfahrensweise

Die Umsetzung der Projekte erfolgt bauabschnittsweise in Form samstäglicher Bauakti- onen, die vom Landschaftsarchitekturbüro und der Projektgruppe professionell vorbereitet und angeleitet werden. Je nach Größe der Einrichtung ist das Gelände nach 4 – 8 Bausamstagen fertig gestellt. Je nach Größe der Einrichtung beteiligen sich zwischen
20 und 150 Personen, jung und alt, an den Bauaktionen.
 
UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
 
Zielsetzungen

1. Förderung der motorischen / ganzheitlichen Entwicklung von Kindern
Wir stellen heute große Defizite bei den motorischen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen fest. Insofern gilt es Spielräume zu entwickeln, die ein großes Herausforderungspotential bieten, bei Kindern Lust auf Bewegung erzeugen. Dazu sind adäquate Anreize erforderlich, die dem jeweiligen motorischen Vermögen / Potential des Kindes gerecht werden, das den Spielplatz besucht. So erfolgt weder eine Unter-, noch eine Überforderung, die Langeweile oder Frust und damit eine Nichtannahme des Spielplatzes zur Folge hätte.
Ein naturnaher Raum bietet durch seine Unterschiedlichkeit und Veränderbarkeit besonders viele Anreize. Dazu das Beispiel eines Hügels:
Den Hügel im Spielgelände kann ich von verschiedenen Seiten her erklimmen, er bietet dabei jeweils unterschiedliche Herausforderungen. Das Kind entscheidet sich für genau die Aufstiegsmöglichkeit, die es nach eigener Einschätzung spannend und als gerade noch leistbar einstuft. Das Kind schätzt das in der Regel richtig ein und wird durch das Erfolgserlebnis belohnt, den „Berg“ auf seine Art und Weise gemeistert zu haben. Das Erfolgserlebnis resultiert damit aus der Lösung der selbst gestellten Aufgabe und nicht aus der Konkurrenz zu anderen – nicht aus der Tatsache, dass man „besser“ ist als andere. Ein Vergleich der jeweiligen Leistung ist auch kaum möglich.

Herausforderungen entstehen auch dann, wenn Dinge noch unbekannt bzw. noch „unerforscht“ sind. Das macht neugierig. Spielgeräte arbeiten jedoch in der Regel mit Standards - das gilt sowohl für die verwendeten Materialien, das Herausforderungsprofil, die möglichen Spielabläufe, etc.
Eine naturnahe Spiellandschaft, die mit ortstypischen Materialien gestaltet ist, bietet hier andere Voraussetzungen. Jeder Hügel ist anders, jeder Findling ist anders. Das gilt nicht nur für die äußere Form und die Materialbeschaffenheit, sondern auch für Augenblick der Nutzung: z. B. ob der Findling, trocken, nass, sandig, vereist, heiß oder kalt ist. Dieses hat zur Folge, dass auch der bereits bekannte Spielraum immer wieder neu erlebt werden kann. Die Veränderbarkeit zeigt sich aber auch bei der Verwitterung von Gestaltungselementen. Ein Beispiel dafür ist der mit Rinde eingebaute Hartholzkletterstamm, der im Laufe der Jahre diese – mit tatkräftiger Unterstützung der Kinder – verliert. Ein anderes Beispiel für das Veränderungspotential ist das Spielen in Bäumen und Sträuchern. Durch das Klettern erfolgt, je nach Belastung, eine Biegung der Äste – dieses müssen die Kinder bei ihrem Spiel entsprechend berücksichtigen und ggf. durch geschickte Körperkoordination ausgleichen.

 
 
Diese immer wieder neuen Herausforderungen, die abhängig sind von verschiedenen Faktoren sowie dem jeweils agierenden Kind, bieten einen großen Reiz. Sie schulen zudem das Kind in Bezug auf die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit – mit dem Ergebnis, dass auf einem naturnahen Spielplatz weniger Unfälle zu verzeichnen sind.
 


  2. Atmosphäre, Spiellandschaft, Kreativität und Sinneserfahrungen
So wie die motorischen Herausforderungen das Kind zur Bewegung motivieren, so lädt auch eine ansprechende Atmosphäre zum Spiel ein. Wenn die Gestaltung stimmig ist, kindgerechte Proportionen, ansprechende Raumordnung, abwechslungsreiche Topographie, etc. gegeben sind – sprich - sich das Kind im Raum wohl und geborgen fühlt, wird es zu ausdauerndem kreativen Spiel finden. Dieses selbst initiierte und selbst bestimmte Tun soll durch die Raumgestaltung gefördert werden – und nicht der Spielkonsum an Standardgerätekombinationen. Spielgeräte bieten dann eine Bereicherung, wenn sie in eine naturnahe Landschaft eingebunden sind und ein zusätzliches Angebot darstellen, ohne das Kind zu dominieren.
In einer zunehmend geradlinig und manchmal geradezu „steril“ gestalteten Umgebung (in der man auf dem Gehweg kaum noch ein Stöckchen findet) kommt der Sinneserfahrung auf dem Spielgelände besondere Bedeutung zu. Lose Spiel- und Gestaltungsmaterialien wie z. B. Stöcke, Zweige oder Steine bieten Möglichkeit zur Entfaltung vieler Spielideen und sollten insofern nicht fehlen. Erlebnisse für die Sinne erfolgen durch die Materialvielfalt, die verschiedenen Gestaltungsformen oder die unterschiedlichen verwendeten Pflanzen in den Jahreszeiten. Neben Kletterbäumen, die auch schmackhafte oder interessante Früchte bieten oder Sträuchern, die attraktive Blüten und Gerüche aufweisen, haben auch Wildpflanzen wie z. B. die Brennnessel als Erfahrungspflanze durchaus ihre Bedeutung.

 
 
3. Umweltbildung
Bei Kindern und Jugendlichen lässt sich ein zunehmender Mangel an Naturerfahrung beobachten. Insofern ist es wichtig, der Zielgruppe die Themen Umwelt und Natur in Form lebendiger Projekte nahe zu bringen. Dieses ist im Rahmen der Planentwicklung sowie in der gemeinsamen Umsetzung von Spielraumprojekten möglich - spielerisch und nachvollziehbar können diese Aspekte vermittelt werden. Durch das Spielen und den Aufenthalt in einem naturnah gestalteten Gelände lernen die jungen Menschen
 

  ökologische Zusammenhänge verstehen, erfahren hautnah, welche positiven Auswirkungen Natur auf ihr Leben, auf ihr Wohlbefinden hat. Es wird ihnen bewusst, dass die Natur gefährdet ist und geschützt werden muss.

4. Wertschätzung von Ressourcen
Aufgewachsen in einer Lebenswelt, die von Konsum, steter Verfügbarkeit und der Sucht nach ständig neuen Highlights gezeichnet ist, ist es wichtig, Kindern frühzeitig das Haushalten, den verantwortungsvollen Umgang mit, bzw. das Wertschätzen der vorhandenen Ressourcen zu vermitteln.
Die Gestaltung naturnaher Spielräume setzt zunächst auf den Erhalt des Vorhandenen. Darauf aufbauend erfolgt die Gestaltung von naturnahen Landschaften, unter Verwendung vor Ort vorhandener Materialien (z. T. Rest- oder Abfallmaterial), - und das alles in einfacher Bauweise. Diese Verfahrensweise ermöglicht nicht nur kostengünstige Lösungen, sondern bietet auch die Möglichkeit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung.

5. Plattform für ehrenamtliche Engagierte
Ehrenamtliches Engagement braucht interessante Projekte, in die man sich als Laie einbringen kann, und professionelle Begleitung. Diese Voraussetzungen bieten die Naturnahen Spielraumprojekte. In der gemeinsamen Arbeit begegnen sich klein und groß in intensiver Weise, das gemeinsame freudvolle Schaffen hilft Spannungen oder Vorurteile abbauen. Pro Projekt werden im Durchschnitt ca. 1.100 ehrenamtliche Stunden durch Bürger geleistet. Dieses schafft nicht nur eine Identifikation, sondern auch eine Verantwortlichkeit in Bezug auf das Geschaffene selbst – mit dem Effekt, dass der Vandalismus bei diesen Spielräumen geringer ist als üblicherweise.

6. Nachhaltige Projekte
Der Begriff Nachhaltigkeit ist in seiner Komplexität schon für Erwachsene schwer zu begreifen. Im Rahmen eines Naturnahen Spielraumprojektes lernen die Kinder (sowie die beteiligten Erwachsenen) auf spielerische Art und Weise diesen ganzheitlichen Ansatz mit seinen ökologischen, sozialen und ökonomischen Komponenten kennen. Dadurch, dass Kinder bereits in jungen Jahren mit der Thematik konfrontiert werden, besteht die Hoffnung, dass sie sich als Erwachsene eine nachhaltige Lebensweise zueigen machen.

Auszeichnungen:
- Deutscher Spielraumpreis Juni 1996 - Auslober Deutsches Kinderhilfswerk
- Landeswettbewerb Rheinland-Pfalz „Gärten für Kinder“ Preisträger Kita Hütschenhausen
- und Kita Thaleischweiler 1996
 
  - Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz für Norbert Schäfer, November 2004
- 2nd prize „Right to Play Award“ für Schulhofaußengelände Albert-Schweitzer-Schule
- Altrip - Int. Play Association World Conference 2005
- Umweltpreis 2008 des Landes Rheinland-Pfalz
- offizielles Dekade-Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
- 2009/2010
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